Bannerblindheit

Bannerblindheit=Anzeigenblindheit ?

Das Phänomen der Anzeigenblindheit ist nicht aus den Printmedien bekannt. Auch bei Online Werbeformen tritt dieses Benutzerverhalten immer wieder auf und lässt die Klickraten stark sinken. Die Definition für diesen Begriff ist nicht einheitlich geregelt und nicht selten wird auch der Ausdruck “Bannerblindheit” von vielen Publishern benutzt, vobei hier von zwei unterschiedlichen psycholgischen Phänomen gesprochen wird.

Das Online-Lexikon von webhelps.de “definiert den Begriff der Anzeigenblinheit folgendermaßen:

Wenn Design-Elemente wie Anzeigen aussehen, besteht die Gefahr, dass sie nicht beachtet werden. Dieses Phänomen wird als „Banner-Blindheit“ bezeichnet. Die Benutzer übersehen selbst sehr aufdringliche Banner, da ihr Unterbewusstsein die Designelemente mit für sie bedeutungsloser Information gleichsetzen.”

Es handelt sich hier also um eine verringerte Wahrnehmung der Anzeigen aufgrund von ähnlichen Gestaltungselementen, die dazu führen, dass die Benutzer nicht mehr in der Lage sind, Werbeelemente einer Webseite als solche zu indentifizeren.

Bei der so genannten “Anzeigenblindheit” hingegen, führt die regelmäßige Nutzung einer Webseite zu einer reduzierten Wahrnehmung der Werbung. Vor allem Social Communities und Gaming-Seiten leiden im Internet unter diesem Phänomen. Vobei man unter Social Communities nicht nur Seiten wie Facebook oder wer-kenn-wen.de verstehen sollte, sondern auch Webseiten, deren Besucher mehrmals täglich oder wöchentlich die Seite aufrufen, denn diese sind mit dem Layout vertraut und wissen von den Werbeplatzierungen. Als Folge konzentrieren sie sich häufig nur noch auf wesentliche Funktionen der Webseite und vernachlässigen Werbeelemente, wie z.B. Bannerplatzierungen im oberen Bereich der Seite.

Die unterschieldichen Beschreibungen verdeutlichen, das beide Phänomene sind grundsätzlich unterscheiden und aus diesem Grund auch ein differenziertes Vorgehen notwendig ist, um die Auswirkungen dieser Benutzerwahrnehmung zu verringern.

Um die Klickrate bei “Bannerblindheit” postitiv zu beeinflussen bieten sich Publishern verschiedene Möglichkeiten. Hier empfiehlt sich vor allem, Farbänderungen vorzunehmen, die Werbeanzeigen wieder als solche zu erkennen lassen. Vor allem das Konzept der Komplementärfarben ist hier hilfreich, denn diese stechen den Usern in der Regel mit erhöhter Wahrscheinlichkeit ins Auge. Des Weiteren könnten andere Anzeigenformate, die sich vom restlichen Layout der Seite abheben, als Instrumente gegen die “Bannerblindheit” eignen. Werden auf einer Seite z.B. runde Gestaltungselemente verwendet, könnte der Einastz eines eckigen Rectangle zu einer erhöhten Wahrnehmung des Werbeelements führen.

Bei der “Anzeigenblindheit” empfiehlt sich ein anderes Vorgehen, das die “gewohnheitsmäßige Wahrnehmung” als Kernelement fokussieren sollte. Selbst die vielversprechendste farbliche Anpassung der Anzeigen bzw. Auswahl des Anzeigenformats wird nur kurzfristig Erfolg zeigen, da nach einigen Tagen oder Wochen die Werbung nicht mehr wahrgenommen wird.  Wie bereits in meinen letzten Artikel erwähnt, bieten Farben erhebliches Potential zur Steigerung der Klickrate. Im Falle der Anzeigenblindheit bietet es sich an, die Farben der Textanzeigen in regelmäßigen Abständen zu ändern, um wieder Aufmerksamkeit auf diese zu ziehen.Die vertrauten Elemente der Seite werden so neu gestaltet und die Klickraten können so bis zu 50% ansteigen. Leider gibt es keine Fausregel, in welchen Zeitabständen man solche Änderungen vornehmen sollte. Ich konnte bei meinen Kunden Zeitfenster von 3 Tagen bis 4 Wochen beobachten. In jedem Fall sollte nach der Umstellung die Klickrate beobachtet werden und sollte nach einem kurzfristigen Anstieg ein schneller Abfall folgen, dann ist es Zeit, die Farbe erneut zu umzustellen.

Eine zweite Methode, um “Anzeigenblindheit” entgegenzuwirken, ist die der Anzeigenrotation. Sofern es das Layout der Seite zulässt, sollte in regelmäßigen Abständen die Postionierung der Anzeigen verändert werden. So könnte z.B. ein Skyscraper, wenn möglich, jede 1-2 Wochen nicht auf der linken Seite der Webspage anstatt auf der rechten (klassische TKP-Platzierung) eingebunden werden. Hier können auch nur minimale Änderungen, wie z.B. die Verschiebung eines Banners um 2-4 Pixel, einen signifikanten Anstieg der Klickrate zur Folge haben.

Es gibt noch viele weitere psychologsiche Tricks, die schnell helfen, die Klickrate stark zu steigern. Häufig sind es ganz einfache Ideen, die zu signifikanten Veränderungen führen und das Phänomen der Anzeigenblindheit” reduzieren. Vor allem bei Communities gibt es zahlreiche Tricks, die unabhängig ob Text- oder Displayanzeigen, die Einnahmen steigern.