Farbwirkung von Online Werbung

Farbwirkung – das A und O nicht nur bei Display-Anzeigen

Ca. 80% der Sinneseindrücke sind visueller Natur und davon wiederrum ca. 60% Farbeindrücke. Farben kommunizieren schnell mediale Inhalte und lösen Emotionen beim Rezipienten aus, die bei gezielter Steuerung zu erstaunlichen Ergebnissen führen. Farben werden durchschnittlich schneller wahrgenommen als Schrift und Formen.

Farben haben eine große psychologische Wirkung auf Menschen und Organismen.  So kühlt sich ein schwitzendes Rennpferd in  einem blauen Raum deutlich schneller ab, als in einer roten Umgebung. Leicht bekleidete Personen schätzen die Temperatur in einem roten Raum durchschnittlich 5 Grad Celsius höher ein, als in einem blauen Raum.

Im diesem Artikel möchte ich speziell auf die Farbwirkung von Textanzeigen eingehen und diese eingehend erläutern, denn wir haben sehr häufig Publisher betreut, die durch Farbanpassungen Ihrer Textanzeigen bis zu 60% Einnahmesteigerungen erzielen konnten. Weiterhin haben wir beim Testen von flexiblen AdSense Formaten starke Steigerungen der Klickrate erzielen können, die hauptsächlich auf Farbveränderungen oder Änderungen der Schriftgröße zurückzuführen waren.

Bei der Integration von Textanzeigen auf Webseiten gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten der Farbgestaltung. Zum einen können Publisher die Anzeigen farblich auf das Design der Seite abstimmen und somit die Anzeigen “tarnen”. In der Regel wird diese Methode von vielen Publishern erfolgreich eingesetzt und nur wenige Webseiten-Betreiber versuchen alternative Farbkombinationen. Die farbliche Integration der Anzeigen lässt die Werbeelemente als ein Teil der Webseite erscheinen, die vom Publisher bereitgestellt werden.  Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der irrtümlichen Klicks bei dieser Integration höher ist, was wohl auch im Interesse vieler Publisher liegt.

Die Kontrastfarbintegration setzt auf konträre Farben, die sich vom Layout der Seite absetzen und das Konzept der Tarnung ablegen.

Vor allem das so genannte “Linkblau” erzielt erstaunliche Ergebnisse und wurde aus diesem Grund von Google als Default-Farbe gewählt, die bei allen Anzeigen standardmäßig eingestellt ist. Viele Benutzer assoziieren diese Farbe mit einem Link und klicken aus diesem Grund besonders häufig auf die linkblauen Überschriften der Anzeigen. Ein Großteil aller Links im World Wide Web sind blau und es wird angenommen, dass deshalb eine assoziative Bahnung bei vielen Internetbenutzern entstanden ist. Des Weiteren haben verschiedene Studien die Implikationen von Farben untersucht und u.a. festgestellt, dass die Farbe Blau überwiegend mit postiven Attributen, wie z.B. Hoffnung oder Ehrlichkeit in Verbindung gebracht wird. Zudem zeigen immer wieder Befragungen nach der persönlichen Lieblingsfarbe der Deutschen, dass die Farbe Blau ein vorderster Stelle steht, gefolgt von Rot und Grün.

Für den Text der Anzeige ist standardmäßig die Farbe Schwarz eingestellt, da diese von den meisten Webseiten als Schriftfarbe genutzt wird. Die URL wird bei der Standardeinstellung in Grün ausgespielt. Diese Einstellung ist nicht ohne Grund sehr erfolgreich, denn die Urfarben Blau und Grün bilden eine Temperaturharmonie, d.h. es werden Farben einer kalten Farbtemperatur eingesetzt.  Je harmonischer Farben zusammengestellt werden, desto positiver ist die emotionale Wirkung. Aus diesem Grund sollte man sich stets für warme oder kalte Farbtöne entscheiden.

Diese Anpassungsoption ist einer der Gründe dafür, dass Textanzeigen in der Regel viel höhere Klickraten aufweisen, als Display-Anzeigen, die sich nicht an das Layout der Seite anpassen lassen. Um die optimale Farbkombination für Textanzeigen zu ermitteln, bieten sich einige Testläufe an, die Aufschluss darüber geben, welche Kombination letztendlich am besten performt.

Wie fast jeder von uns schon mal feststellen durfte, geben Farbwahrnehmungen aber auch immer wieder Anlass zu Diskussion, denn sie sind äußert subjektiv. Manche Menschen können bestimmte Farbtöne überhaupt nicht wahrnehmen. Ca. 9% der Bevölkerung gelten als Farbfehlsichtig, auch Farbenblind genannt. Der größte Teil von Ihnen leidet vorwiegend unter einer Rot-Grün-Blindheit, von denen wiederum die meisten Männer sind. Für die Farbkommunikation der Online Werbung bedeutet es, dass eine zusätzliche Codierung über Formen und Anordnung erfolgen sollte.